Um das volle Potenzial des Zamak-Druckgusses auszuschöpfen, ist die Auswahl geeigneter Oberflächenveredelungen und -behandlungen entscheidend, um die Leistungsfähigkeit der Bauteile zu steigern.
Diese Prozesse optimieren das Produkt je nach Anwendung und Einsatzbereich und verbessern Widerstandsfähigkeit, Haltbarkeit, Schutz vor äußeren Einflüssen sowie die optische Qualität.
Im Folgenden werden die wichtigsten Oberflächenveredelungen und -behandlungen für Zamak vorgestellt, mit einer detaillierten Beschreibung der Verfahren, Vorteile, Anwendungen und technischen Eigenschaften – wie Schichtdicken und Salzsprühnebelbeständigkeit – um die Auswahl der am besten geeigneten Lösung für die jeweiligen Produktionsanforderungen zu erleichtern.
Oberflächenveredelungen und -behandlungen

Flüssiglackierung
Die Flüssiglackierung von Zamak erfordert Fachkompetenz, eine sorgfältige Vorbereitung sowie den Einsatz spezieller Produkte, um ein widerstandsfähiges, gleichmäßiges und langlebiges Ergebnis zu erzielen.
Es handelt sich um ein Beschichtungsverfahren mittels Spritzpistole, bei dem die Beschichtung je nach Art des verwendeten Flüssiglacks und Zweck der Lackierung (Grundierung, Decklack oder Zwischenschicht) in einer oder mehreren Schichten aufgetragen wird.
Die industrielle Flüssiglackierung ist für alle metallischen Werkstoffe geeignet und bietet eine hohe Beständigkeit gegen Stöße und chemische Einflüsse. Zudem gewährleistet sie einen guten Korrosionsschutz.
Pulverbeschichtung
Die Pulverbeschichtung, auch als elektrostatische Beschichtung bekannt, verwendet pulverförmige Farbpigmente auf Basis synthetischer Harze, die optimal an der Oberfläche haften.
Pulverlacke lassen sich in vier Hauptkategorien einteilen:
- Epoxidpulver, die eine ausgezeichnete mechanische, chemische und korrosive Beständigkeit bieten, auch bei Aushärtung bei niedrigen Temperaturen, jedoch eine geringe UV-Beständigkeit aufweisen; häufig als Grundierung eingesetzt.
- Hybridpulver (Epoxid-Polyester), die oft eine kostengünstigere Alternative zu Epoxidpulvern darstellen. Die Korrosionsbeständigkeit ist geringer, die übrigen Leistungsmerkmale sind jedoch vergleichbar.
- Polyesterpulver, ideal für Außenanwendungen dank guter UV-Beständigkeit und zuverlässigem Korrosionsschutz.
- Acrylpulver, die eine hervorragende UV- und Chemikalienbeständigkeit sowie sehr gute Verlaufseigenschaften bieten, jedoch eine geringere mechanische Beständigkeit als Polyesterpulver aufweisen.
Die Aushärtung im Ofen bei hohen Temperaturen schmilzt das Pulver und bildet einen Lackfilm. Nach dem Abkühlen entsteht eine kompakte, homogene Beschichtung mit außergewöhnlicher Kratzfestigkeit


KTL-Beschichtung (Kataphorese)
Die KTL-Beschichtung ist ein Verfahren der elektrophoretischen Tauchlackierung, bei dem der Lack mittels Gleichstrom abgeschieden wird.
Der aufgebrachte Film verleiht den Bauteilen hohe Korrosionsschutzeigenschaften und gewährleistet einen dauerhaften Schutz auch an Stellen, die mit herkömmlichen Spritzverfahren schwer erreichbar sind.
Elektrolytische Nickelbeschichtung (Trommelverfahren)
Die elektrolytische Nickelbeschichtung ist ein Beschichtungsverfahren, bei dem mithilfe von elektrischem Strom eine Nickelschicht auf die Oberfläche des Grundmetalls abgeschieden wird.
Dabei fungiert das zu beschichtende Bauteil als Kathode, während sich eine Nickelanode im Elektrolyten auflöst und Nickelionen freisetzt.
Zu den wichtigsten Eigenschaften der elektrolytischen Nickelbeschichtung zählen:
- Präzise Schichtdickenkontrolle: Durch den elektrischen Strom lässt sich die Schichtdicke exakt steuern.
- Hohe Haftfestigkeit: Die Beschichtung haftet optimal am Grundmaterial und gewährleistet Festigkeit und Langlebigkeit.


Elektrolytische Verzinkung
Die elektrolytische Verzinkung besteht in der galvanischen Abscheidung einer Zinkschicht. Die Schichtdicke liegt typischerweise zwischen 2 µm und 20 µm.
Nach der Verzinkung wird das Bauteil in ein Passivierungsbad getaucht, das einen dünnen Schutzfilm bildet. Diese zusätzliche Passivierungsschicht kann den Korrosionsschutz weiter verbessern, unterschiedliche optische Erscheinungsbilder erzeugen und spezifische funktionale Eigenschaften verleihen.
Am Markt sind hauptsächlich vier Passivierungsarten erhältlich: blau-weiß, gelb irisiert, schwarz und grün.
Optional kann zusätzlich ein Versiegelungsmittel nach der Passivierung aufgebracht werden, um Korrosionsbeständigkeit und Gleitfähigkeit der Beschichtung weiter zu erhöhen.
Chromatpassivierung (Chromatierung)
Die Chromatpassivierung wird für ihre Fähigkeit geschätzt, einen hervorragenden Korrosionsschutz zu bieten, ohne die Abmessungen, mechanischen Eigenschaften oder die elektrische Leitfähigkeit des Grundmaterials zu verändern.
Dieses Verfahren wird besonders häufig eingesetzt, um einen zuverlässigen Schutz für Zamak-Bauteile zu gewährleisten, die aggressiven Umgebungsbedingungen ausgesetzt sind.


Zink-Nickel
Die Zink-Nickel-Beschichtung ist ein elektrolytisches Abscheidungsverfahren einer binären Zink-Nickel-Legierung, das mittels alkalischer galvanischer Bäder erfolgt, in denen Zink und Nickel durch spezielle Additive gleichzeitig ko-abgeschieden werden.
Cerakote
Cerakote ist eine dünnschichtige keramisch-polymerbasierte Verbundbeschichtung mit einer exklusiven Formulierung, die folgende Eigenschaften gewährleistet:
- geringe Schichtdicke
- hohe Beständigkeit gegen hohe Temperaturen und Korrosion
- ausgezeichnete UV-Stabilität
Die Beschichtung wird mittels Spritzpistole als dünner Film aufgetragen und anschließend durch Wärme oder Luft ausgehärtet.


Galvanik mit erhöhter Schichtdicke (Verchromung, Vernickelung, Vergoldung)
Die Galvanik mit erhöhter Schichtdicke für Verchromung, Vernickelung und Vergoldung nutzt ein elektrolytisches Verfahren zur Abscheidung dekorativer und schützender Metallschichten auf Zinklegierungen (Zamak).
Diese Behandlung ist entscheidend zur Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit und der optischen Qualität des Bauteils und umfasst häufig eine Zwischenschicht aus Kupfer, um die Haftung der nachfolgenden Schichten zu optimieren.



